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Erkenntnisse von der Tech-front

Kultur

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Die Fünf-Minuten-Mauer

Was passiert, wenn ein Unternehmen entdeckt, dass andere Länder nicht einfach Amerika mit schlechterem Kaffee sind

Vor Jahren bin ich für einen Job von Deutschland nach Irland gezogen. Eigentlich hatte ich Schweden im Sinn - manche nennen es Deutschland ohne den historischen Ballast. Aber das Angebot kam aus Irland, das ebenfalls grün ist, ebenfalls verregnet und deutlich entspannter mit Deadlines umgeht. Gut. Abenteuer angenommen.

Was ich bekam, war ein Crashkurs in etwas, das kein Onboarding-Dokument der Welt abdeckt: wie viel Geld ein Unternehmen verbrennt, um bloß nicht lernen zu müssen, dass andere Kulturen existieren.

Beweisstück A: Der Mann, der Italien entdeckte

Ein Kollege kam von seinem ersten Urlaub auf dem europäischen Festland zurück. Sichtlich erschüttert. Nicht vom Essen, nicht vom Fahrstil (die Iren fahren wie die Briten auf der falschen Seite). Sondern davon, dass Italiener in Italien überwiegend Italienisch sprechen.

Er war davon ausgegangen, dass Englisch auf dem Kontinent Standard ist. Zweitsprache, schlimmstenfalls. Die Vorstellung, dass eine Bäckerei in Neapel möglicherweise niemanden mit fließenden Englischkenntnissen beschäftigt, war ihm schlicht nie gekommen. Ich hoffe, er hat sich trotzdem erholt. Irgendwann. Vermutlich ab Tag vier, mit freundlicher Unterstützung des Weins, der keine Übersetzung braucht.

Beweisstück B: Die Managerin, die sich vorbereitet hatte

Dann war da eine Managerin, die strahlend auf mich zukam und ihr frisch gelerntes Spanisch ausprobierte. Sie wollte nach Spanien und hatte tatsächlich ein bisschen gelernt - damit war sie dem vorigen Kollegen einen vollen Evolutionsschritt voraus.

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Der Überlebensleitfaden für ausländische Führungskräfte mit deutschen Technikern

(Ja, wir wissen, dass wir seltsam sind)

Als ich 17 war und noch in der Ausbildung, kam ich einmal mit einer 2+ aus der Fachschule ins Büro - stolz wie Oskar, wie eine Katze, die eine tote Maus präsentierte. Ich erwartete ein lobendes Schulterklopfen.

Mein Teamleiter sah sich die Note an, sah mich an und sagte: "Na ja. Nicht geschimpft ist des Lobes genug."

Kein Witz. Mit diesem Satz wurde eine ganze Generation deutscher Fachkräfte sozialisiert.

Und falls Sie jemals einen deutschen Kollegen geführt, eingestellt oder einfach nur versucht haben, sich mit ihm anzufreunden, und danach dachten: "Dieser Mensch ist irgendwie defekt" - herzlichen Glückwunsch, Sie haben uns kennengelernt. Lassen Sie mich übersetzen.

👉 Warum Ihr deutscher Mitarbeiter nur schlechte Nachrichten meldet

Hier ist das Betriebssystem, das Sie verstehen müssen: In der deutschen Denkweise ist das Gute selbstverständlich. Es ist der Standard. Dass etwas richtig funktioniert, ist kein erwähnenswertes Ereignis. Warum sollte man einen Server feiern, der läuft? Er soll schließlich laufen.

Also kommt Ihr deutscher Techniker zum Stand-up-Meeting und berichtet nur von den drei Dingen, die kaputt sind. Für einen amerikanischen Manager klingt das nach Negativität, schlechter Stimmung, vielleicht sogar nach Kündigungsabsicht. Für den Deutschen ist es ein vollständiger und effizienter Statusbericht. Die anderen 97 Dinge funktionieren einwandfrei. Bitte sehr, gern geschehen.

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