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Erkenntnisse von der Tech-front

Kritisches Denken

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Vibe Coding: Warum Ihr neues Tool schon veraltet ist, bevor es live geht

Und warum Ihr nächster Spitzenkandidat drei Probleme weiter denkt

Ein Team, mit dem ich einmal gearbeitet habe, baute ein internes Tool in elf Tagen. Früher hätte das ein ganzes Quartal gedauert. Herausgekommen war ein bildschönes Dashboard zur Ticketsortierung: automatische Verschlagwortung, Prognose des Schweregrads, eine Heatmap und ein Dark Mode, um den niemand gebeten hatte. Entstanden war es per KI-gestütztem "Vibe Coding". Man beschreibt in normaler Sprache, was man haben möchte, und das KI Modell schreibt den Großteil des Codes. Die Vorführung lief tadellos.

Dann meldete sich ein stiller Techniker aus der letzten Reihe. Einer von denen, deren Kalender verdächtig leer ist, weil sie tatsächlich arbeiten.

"Warum bekommen wir diese Tickets überhaupt?"

Stille. Jemand sah nach. Rund 40% der Fälle in dieser Kategorie gingen auf eine einzige rätselhafte Fehlermeldung im Installationsprogramm zurück. Er formulierte die Meldung noch am selben Nachmittag neu und ergänzte einen Link zu einem Wissensartikel. Innerhalb weniger Wochen brach das Ticketaufkommen ein.

Das Dashboard war fortan eine äußerst elegante Methode, einen leeren Raum zu beobachten. Elf Tage Arbeit waren überholt, bevor die Einweihungsfeier stattfand. Der Kuchen war trotzdem gut.

Niemand hatte etwas falsch gemacht. Und genau das ist das Problem.

Wenn Bauen billig wird, wandert der Engpass

Jahrzehntelang war das Bauen von Software der teure Teil. Das Nachdenken darüber, was gebaut werden soll, galt als günstig, fast als Luxus. Eine unscharfe Problembeschreibung konnte man sich leisten. Die Umsetzung dauerte so lange, dass die Realität einen unterwegs ohnehin korrigierte.

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